Grünes Klassenzimmer

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Das „Grüne Klassenzimmer“ bezeichnet die im hinteren Teil des BSZ Zittau neben dem „Bauhof“ gelegene Fläche. Es handelt sich hierbei um die pädagogische Gestaltung der gesamten Fläche in vielfältiger Weise, um sie für die Nutzung als Unterrichtsraum verwendbar zu machen. Unterrichtsraum meint hier nicht nur das Vorhandensein von Sitzmöglichkeiten und einer Tafel, sondern einen lebendigen, interaktiven und veränderbaren Raum, in dem durch die Begegnung mit der Umgebung ebenso wie mit dem Gegenüber Erfahrung gesammelt werden können, die verändern. Ein Unterrichtsraum im „Grünen“ also in der Natur erscheint dies insbesondere deshalb wichtig, weil in einem modernen Lehrverständnis, welches dem „digitalen Lernen“ verpflichtet ist, der Aspekt des eingebettet Seins in eine natürliche Umgebung wenn nicht kontrahiert so doch zumeist mindestens vergessen wird. Digitalisierung und Natur stehen sich nicht gegenüber. Entwicklungsgeschichtlich hat der menschliche Organismus die längste Zeit seiner Existenz ohne Elektronik, ohne große Mobilität, ohne Behausung und im direkten und intensiven Kontakt zu seiner natürlichen Umgebung gelebt und aus diesem Kontakt auch seine Entwicklung genommen.  
In den letzten Jahrzehnten ist immer mehr die Erkenntnis gewachsen, dass menschengemachte Entwicklung nicht immer nur Fortschritt und Verbesserung, sondern auch Schädigung des organischen Lebens (Flora und Fauna), Verringerung seiner Vielfalt und langfristig dadurch auch eine Verschlechterung der Lebensbedingungen auch für den Menschen gebracht hat. Gleichzeitig hat sich das menschliche Leben vom direkten, unmittelbar erfahrenden Kontakt zur Natur entfernt und Freizeitwelten insbesondere von Kindern und Jugendlichen in das digitale Leben verschoben. Das Grüne Klassenzimmer kann hier zum Halten des Kontaktes zur natürlichen Umgebung und zu dem Verständnis beitragen, wie fundamental wesentlich dieser für den Menschen ist. 
Das „Grüne Klassenzimmer“ ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Umweltbildung am BSZ Zittau. Bereits ihre Gestaltung wird ihm Rahmen von Teilprojekten in den Unterricht mehrerer Ausbildungsgänge einbezogen. 


Konzept

Derzeitiger Projektstand: (22.11.2021)


Projektbeginn Juli 2021

Beginn Grünes Klassenzimmer Juli 2021
Beginn der Bauphase
 Beginn Grünes Klassenzimmer Juli 2021

Beginn 3

 

 

Konzept


 

  • Ausgleich zu Versiegelungsflächen :Betrachtet man das Gelände des BSZ, so ist festzustellen, dass neben der Grundfläche der Gebäude weitere große Flächen teilweise mit Asphalt und Betonsteinen versiegelt oder mit Betongittersteinen bedeckt sind. In diesen Bereichen sind die Lebensbedingungen für vielfältiges Pflanzen- und Tierleben nur sehr eingeschränkt möglich. Demgegenüber bildet das „Grüne Klassenzimmer“ verschiedene angelegte Naturräume, in denen sich ein vielfältiges Pflanzen- und Tierleben ausbreiten kann. 
  • Klassischer Unterrichtsraum: Ein Element des „Grünen Klassenzimmers“ bildet eine Sitzgruppe für 30 Personen mit einer Tafel. An diesem Platz ist es möglich, bei geeigneter Witterung über die unmittelbare Umweltbildung hinaus Unterricht abzuhalten. Dabei können frische Luft, Luftbewegungen und gleichzeitig die unmittelbare Umgebung mit Tierstimmen, Windgeräuschen aber auch entfernten Geräuschen der Stadt ebenso wahrgenommen werden, wie die Besonderheit der Zittauer Schmalspurbahn, deren Trasse unmittelbar am Gelände vorbeiführt. 
  • Lernen durch Beobachten: Einen weiteren Bestandteil des „Grünen Klassenzimmers“ bildet die Vielfalt an verschiedenen angelegten pflanzlichen Habitaten, die von kleinen und Kleinsttieren besiedelt werden. Sie bieten verschiedene Möglichkeiten des fächerbezogenen Unterrichts. 
  • Lernen durch Handeln: Durch den aktiven Umgang mit der Natur, der behutsamen Pflege der Anlagen und das Eingreifen und Gewähren in unweltliche Prozesse, lassen sich natürliche Kreislauf erfahren und beobachten.
  • Lernen durch Genießen: Auch in den Pausen kann man Zeit im „Grüne Klassenzimmer“ verbringen. Verschiedene Nutzpflanzen laden mit ihren Früchten zum Naschen und der Erfahrung, dass Nahrung auch direkt aus der Natur kommen kann, ein. Dabei eignen sich Pflanzen wie Brombeeren, Johannisbeere, Maulbeere, Felsenbirne.
  • Naturschutz durch Vielfalt: Die Fläche des „Grünen Klassenzimmers“ ist auf eine möglichst große Vielfalt an Natur ausgerichtet. Das Gelände wird so vorbereitet, dass sich eine möglichst breite regional wachsende Pflanzenwelt entwickeln kann, die einer Vielzahl an Klein- und Kleinsttieren einen Raum bietet.